Am Ende fällt es sowieso nicht auf, ob du geschminkt bist oder nicht.

Seit ich den ersten Pickel auf der Nase entdeckte, klaute ich sofort von meiner Cousine den Concealer und deckte das ab, was sein musste.

Und dann kam Wimperntusche dazu. Ließ die Augen so schön strahlen.

Und Rouge. Bronzer. Highlighter. Das ganze Packet.

Vor zwei Wochen aber wachte ich auf, mein Blick fiel auf die Uhr. 6:15! Ach herrje, in 15 min. ging schon mein Bus. Die reine Katastrophe für jemanden wie mich, der Ordnung und genaue (Zeit-)Planung liebt.

Also musste es schnell gehen. Im Bad war ich relativ schnell fertig. Zähne und Gesicht putzen und dann noch die Hände. Und dann gings an den Schminktisch…

Concealer und Puder ist für mich immer ein Muss! Bronzer? Hm. Ein wenig für die Kontur. Rouge und Highlighter habe ich gekonnt ignoriert. Schnell die Augenbrauen nach gezogen und dann gings an die Augen. Ich hatte keine Zeit mehr. Zuerst übersprang ich den Schritt mit dem Lidschatten. Bei dem Wetter nicht weiter schlimm. Die Wimpern. Ein Teil meines Körpers, dem ich besonders gerne Aufmerksamkeit schenke. 5 Minuten noch.

Und dann sah ich mich genau an. Drehte meine Gesicht nach links und rechts. Betrachtete mich. Besonders meine Augen. Da war was. Da waren Wimpern, die wundervoll lang waren, dicht und schön dunkel. Wieso habe ich das, obwohl ich mich mit ihnen intensiv beschäftige, nie bemerkt?

Waren es die Medien, die Riesenkompanien, die uns dazu drillen, immer mehr zu konsumieren, immer schöner zu werden und uns selbst ein falsches Bild von uns zu machen?

Eine harte Überwindung ohne irgendwas auf den Wimpern in die Schule zu gehen. Gegenüber Leuten zu stehen, die mich so gut wie nie so gesehen haben.

Und als ich dann so vor den Lieben auftrat, schaute mich einer an und sagte: Du siehst heut anders aus, so hübscher.

Das gab mir die Bestätigung. Kein Mensch braucht morgens ewig lang damit zu verbringen, sich eine Maske aufzulegen. Klar ist es toll, sich schön zu machen, jeden Pinselstrich zu zelebrieren und die Veränderung, die schönste Seite von sich zu sehen. Aber das gelingt im Alltag leider oft nicht. Vor allem im Sommer. Da reibt man sich mal die Augen, schwitzt oder weint. Egal ob vor Freude oder vor lauter Trauer. Und dann sieht man einem Panda, anstatt einem Hollywoodstar, gleich. Dann lieber ohne.

Seit  16 Tagen schminke ich mich nicht mehr. Na gut, abgesehen von dem Puder und dem Augenbrauenstift. Aber ein wenig Ich muss dabei übrig bleiben. Das Ich, das es mag sich im Spiegel zu sehen, was heutzutage leider keine Selbstverständlichkeit mehr ist.

Mehr Realität gegenüber deinen Mitmenschen. Meiner Meinung nach ist es eine Art Höflichkeit und Vertrauen, sich seinem Gegenüber offen, ohne Schminke zu zeigen.

Sei du selbst, versteck dich nicht. Leg deine Maske ab und trau dich!

Ach ja. Den Bus habe ich vor lauter Betrachten meiner Wimpern doch verpasst. HA. HA.

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Ein Gedanke zu “Am Ende fällt es sowieso nicht auf, ob du geschminkt bist oder nicht.

  1. hey emma, du sprichst mir aus der Seele ich meine ich schminke mich immer noch nicht also gelegentlich wimperntusche aber das wars und mir fehlt nichts! Denn ich finde ein Gesicht mit sagen wir mal ‚Charakter und Geschichte‘ viel besser als ein makelloses bearbeitetes Gesicht. Weil wir nunmal menschen sind und als menschen liegt es in unserer Kraft das wort ‚Perfekt‘ zu definieren.und perfekt ist nunmal nicht Make-up zugeklatsches gesicht usw. sondern ganz natürlich ohne irgendetwas

    anyways alles liebe Leonie
    http://peonisandrainbows.blogspot.co.at

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