Die Odyssee zu mir selbst.

Ich durchsuche das Foto-Album meines iPhones. Plötzlich tauchen da alte Fotos auf. Keine Erinnerungen, Fotos von mir selbst. Vor 2 Jahren. Schnell scrolle ich zu dem aktuellen Datum. Vergleiche die zwei Bilder. Suche weitere heraus, vor einem Jahr, vor einem Halben, vor 10 Jahren.

Mein Gott, was ist aus mir geworden? Ich habe mich so verändert, äusserlich, sowie meine Persönlichkeit. Das kleine Mädchen vor 10 Jahren, strahlend sitzt sie da mit ihrem wilden Lockenkopf und beobachtet genau die Grossen. Passt sich ihnen an, ist glücklich über alles, was gerade passiert. Zu jung, naiv, aber glücklich. Im Nachhinein die beste Zeit meines Lebens.

Das Bild, welches ich als erstes gefunden habe. Diese Klamotten, die Frisur, dass alles bin ich nicht. Genau wie vor 4 Jahren, anpassend an die Anderen. Im Nachhinein eine Irrfahrt, eine Odyssee zu mir selbst. Im grössten Sturm gerade. Meine Gefühle, mein Denken, mein Handeln wurde beeinflusst von Anderen. Ich war nicht mehr ich selbst. Heute schüttele ich nur noch den Kopf darüber. Wie konnte ich mich nur so hängen lassen? Das einzig Positive: Die Meinung der Anderen interessierte mich nicht. Ich hatte zwar Vorbilder, auf die ich hochschaute, denen ich folgte. Ich wollte so sein wie sie, aber immerhin machte ich mir keine Kopf über die Anderen. Immer noch naiv.

Dann kam dieses Ereignis, dass mich wahrscheinlich für immer prägte. Ich spürte, dass Andere doch über mich redeten, negativ natürlich. Ich rebellierte unbewusst. Machte mir Gedanken, wie ich ihnen gefallen könnte. War so wie sie. Doch ich fühlte mich eingeengt in mir selbst. Ich spürte, dass eine Andere in mir wohnt, dass ich nicht mehr ich selbst war, nicht mehr der kleine Lockenkopf. Irgendwann kam ich plötzlich zu dem Entschluss, doch Ich zu sein und nicht mehr das Abbild jener, die immer noch über mich redeten, egal wie ich war. Ich stellte mein Leben komplett um. Neuer Freundeskreis, neue Handynummer, neues Erscheinungsbild. Und es tat gut, verdammt gut. Meine Persönlichkeit wandelte sich wieder in Richtung ICH selbst. Zwar ging das nicht spurlos an mir und meiner Gesundheit vorbei, aber ich würde es immer wieder in Kauf nehmen. Ich bin angekommen, dort wo ich sein sollte, wo ich gerade bin. Bei Menschen, Freunden, die mich schätzen, respektieren und mich sofort aufnahmen, was nicht immer selbstverständlich ist. Ich weiss nicht, was in ein paar Jahren passiert, aber das was ich weiss, ist, dass ich mit diesen Menschen die nächsten Jahre verbringen möchte. Laut lachend, der Strasse entlang rennend, glücklich.

Was ich gelernt habe in den letzten zwei Jahren?

Dass du nicht immer dem Ideal entsprechen musst, nicht immer genau in diese Gemeinschaft passt und dass es Menschen gibt, die nicht überheblich sind, die dir Komplimente machen, die dich behandeln wie ein wertvoller Schatz und genau das musst du ihnen wiedergeben. Ich habe keine konkreten Vorbilder mehr und mich interessiert die Meinung der Andere nicht mehr. Ich lebe. Und bin immer noch ich selbst, glücklich und zufrieden.

Und das wichtigste was ich gelernt habe, ist, dass man mit deiner eigenen Persönlichkeit alles erreichen kann. Dass du mit dir selbst, das bekommst, was du verdient hast.

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